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11.06.2026

Ein Jahr „Fachkraft für Elektromobilität“

Eine erste Bilanz

Zusatzausbildung für die Mobilität von morgen

Von Gino Decoster

Mit der neuen Ausbildung „Fachkraft für Elektromobilität“ reagiert der Ausbildungssektor auf die zunehmende Bedeutung elektrifizierter Antriebe im Werkstattalltag. Nach dem ersten Ausbildungsjahr ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz: Die Teilnehmer erwerben Kompetenzen, die im regulären Ausbildungsverlauf nur begrenzt vermittelt werden können, und schaffen damit eine wichtige Grundlage für die Mobilität der Zukunft.

Mit Beginn des Schuljahres 2025/2026 wurde erstmals die neue Zusatzausbildung „Fachkraft für Elektromobilität“ durchgeführt. Sie richtet sich an ausgebildete Kfz-Mechatroniker, die ihre Kompetenzen gezielt im Bereich der Hybrid-, Elektro- und Hochvolttechnik erweitern möchten und führt zu einem ergänzendem Gesellenzeugnis

Sieben Teilnehmer absolvierten den einjährigen Lehrgang mit einem Gesamtumfang von 160 Unterrichtsstunden. Ziel der Ausbildung ist es, Fachkräfte auf die technischen Anforderungen moderner Fahrzeugantriebe vorzubereiten und ihnen vertiefte Kenntnisse im Bereich der Elektromobilität zu vermitteln.

Breites Spektrum an Fachthemen

Grundlage der Ausbildung bildet ein neu entwickelter Lehrplan mit folgenden Schwerpunkten:

  • B.1 Elektrotechnische Grundlagen und Systeme
  • B.2 Hochvolttechnologie und Sicherheit
  • B.3 Energiemanagement und Ladesysteme
  • B.4 Fahrzeugtechnik und Diagnose
  • B.5 Umwelt- und Ressourcenmanagement
  • B.6 Kundenberatung

Damit deckt die Ausbildung sowohl technische als auch betriebliche und kundenorientierte Aspekte der Elektromobilität ab.

Entwicklung moderner Unterrichtsmaterialien

Eine besondere Herausforderung bestand in der Ausarbeitung der Unterrichtsinhalte. Da bislang nur wenige Fachpublikationen die Technologie von Hybrid- und Elektrofahrzeugen umfassend behandeln, war eine intensive Recherche erforderlich.

Für jedes Themengebiet wurden PowerPoint-Präsentationen, Arbeitsblätter, praktische Übungen am Fahrzeug sowie didaktische Lehrtafeln entwickelt. Diese Materialien wurden im Laufe des Schuljahres kontinuierlich weiterentwickelt und an die Erfahrungen aus dem Unterricht angepasst.

Zur Lernkontrolle wurden regelmäßig Quizformate mit rund 20 Fragen eingesetzt. Ergänzend dazu bearbeiteten die Teilnehmer praktische Aufgabenstellungen und Messübungen an Fahrzeugen und elektrischen Systemen.

Projektarbeit fördert praxisnahes Lernen

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ausbildung war eine Projektarbeit in Gruppen. Dabei analysierten die Teilnehmer unterschiedliche Hybrid-, Elektro- und Wasserstofffahrzeuge hinsichtlich ihrer technischen Konzepte und Besonderheiten.

Die Ergebnisse wurden anschließend präsentiert und gemeinsam diskutiert. Diese Arbeitsform förderte nicht nur das technische Verständnis, sondern auch Teamarbeit und Präsentationskompetenz.

HEV3-Zertifizierung als wichtiger Qualifikationsnachweis

Besonders hervorzuheben ist die dreitägige Qualifizierung zum „HEV3 – Spezialisierter Mitarbeiter Garage & Heavy-Duty“, die von EDUCAM organisiert wurde. Das sektorielle Zertifikat besitzt einen hohen Stellenwert in der Branche, da es die Voraussetzung schafft, Arbeiten an Hochvoltsystemen bis 1.000 V AC beziehungsweise 1.500 V DC eigenständig und unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften durchzuführen.

Erfolgreicher Abschluss zur Fachkraft für Elektromobilität

Zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildung müssen die Teilnehmer eine theoretische und praktische Prüfung über sämtliche Ausbildungsinhalte absolvieren.

Fazit nach dem ersten Ausbildungsjahr

Nach dem ersten Ausbildungsjahr fällt die Bilanz durchweg positiv aus. Die Teilnehmer haben sich intensiv mit den Technologien der Elektromobilität auseinandergesetzt und sowohl theoretische als auch praktische Kompetenzen aufgebaut.

Diese vertiefenden Kenntnisse können im regulären Ausbildungsgang zum Kfz-Mechatroniker aufgrund des bereits sehr umfangreichen Lehrplans nur begrenzt vermittelt werden. Zwar bieten die EDUCAM-Lehrgänge der Stufen HEV1 und HEV2 wichtige Grundlagen im Bereich der Hochvoltsicherheit, die technischen Zusammenhänge moderner Elektro- und Hybridfahrzeuge werden dort jedoch nur teilweise behandelt.

Angesichts des tiefgreifenden Wandels in der Automobilbranche gewinnt die Elektromobilität zunehmend an Bedeutung. Elektrofahrzeuge, Hybridantriebe, Batteriesysteme und intelligente Ladeinfrastrukturen gehören bereits heute zum Werkstattalltag. Die neue Ausbildung „Fachkraft für Elektromobilität“ schließt daher eine wichtige Qualifikationslücke und leistet einen wertvollen Beitrag zur Vorbereitung der Fachkräfte auf die Anforderungen der Mobilität von morgen.

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